I like it loud

Es werden nicht nur auf der Rennstrecke oder dem Laufsteg die schnellsten oder schönsten Fahrzeuge gekürt, es geht auch um die inneren Werte. In diesem Fall um die inneren Werte im Fahrzeuginnenraum, genauer gesagt die Werte und Leistungsfähigkeit des installierten Soundsystems. Diese Wettbewerbe werden kurz DB Drag genannt, dies bedeutet soviel wie Dezibel Drag, bei denen der Lauteste gewinnt.

Mit ganz viel Handwerkskunst

Wer sich die opulenten Innenausbauten der teilnehmenden Fahrzeuge anschaut, darf erstaunt feststellen, mit wie viel Akribie und feinster Handwerkskunst die Hi-Fi-Anlagen verbaut sind. In so manche Fahrzeugtür sind bis zu 21 Lautsprecher integriert, plus Kofferraum und Hutablage ergibt dies ein gewaltiges akustisches Inferno.

Damit die maximale Lautstärke in die Höhe schießen kann, braucht es vor allen Dingen ganz viel Membranfläche. Wer in seinem Fahrzeug die Lautstärke verdoppeln will, muss dazu die Gesamtmembranfläche vervierfachen, dies erfordert viel Fantasie beim Einbau.

Die Stromversorgung ist ein weiterer Knackpunkt

Damit die Bässe so richtig wummern und die Höhen sich im Trommelfell austoben können, bedarf es einer ordentlichen Leistung. Die klassische Autobatterie mit ihren 12 Volt kommt hier ganz schnell an ihre Grenzen, viele Tuner setzen daher auf die 24-Volt-Stromversorgung der LKWs. Doch auch hier setzt die Physik ihre Grenzen: Um die Leistungsspitzen bei Volllast sauber darstellen zu können, sind unzählige Hochleistungskondensatoren gefordert, die auch bei extremer Last für eine ausgeglichene Leistungsabgabe sorgen.

Dass selbst dies bei manchem Extremeinbau nicht ausreicht und deswegen ein 220-Volt-Stromanschluss benötigt wird, mag zwar im Wettbewerb, wenn die Autos im Stand getestet werden, unproblematisch sein, doch gehen hier die Meinungen auseinander. Für die einen ist es Frevelei, Strom von außen zu nutzen, für die anderen eine nötige Maßnahme, um die maximale Leistungsentfaltung zu gewährleisten.

Im Wettbewerb muss deshalb unterschieden werden, damit die Chancengleichheit gegeben ist. Die Teilnehmer, die ausschließlich auf den selbstgenerierten Strom setzen, müssen schließlich viel mehr Kompromisse eingehen und für eine höhere Effizienz sorgen, damit alles im Grenzbereich sauber funktionieren kann.